Mückenmonitoring für eine gesunde Klimaanpassung
- 14. August 2026
- 3 min. Lesezeit

Mücken sind für uns Menschen zwar lästig, ihre Stiche in der Regel aber ungefährlich. Mit dem Klimawandel können jedoch die gesundheitlichen Risiken durch Mücken zunehmen: Denn mit steigenden Temperaturen verbessern sich beispielsweise die Bedingungen für wärmeliebende, ursprünglich tropische Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke, die verschiedene Krankheitserreger übertragen kann. Erst in der vergangenen Woche wurde die Art auch in Hannover nachgewiesen. Doch nicht nur neu eingewanderte Arten sind relevant. Auch heimische Mücken können Krankheitserreger wie das West-Nil-Virus übertragen.
Aus diesem Grund untersuchen Forscher*innen des Klima.Zukunftslabors UMEX-HOPE in einem ihrer Teilprojekte auch die Mückenpopulationen in Niedersachsen. UMEX-HOPE nimmt das Zusammenspiel von städtischem Mikroklima, Ökosystemen und menschlicher Gesundheit in den Blick, um Klimaanpassungsmaßnahmen ganzheitlich bewerten zu können. Denn Maßnahmen, die das Stadtklima verbessern, können zugleich unerwünschte Nebeneffekte haben: Wasserflächen können beispielsweise an heißen Tagen für Abkühlung sorgen, gleichzeitig aber auch geeignete Brutstätten für Mücken bieten. Es geht nicht darum, auf Wasserflächen zu verzichten, sondern Kommunen dabei zu beraten, wie sie diese so gestalten können, dass sich dort möglichst wenige Mücken ansiedeln und vermehren.
So funktioniert das Mückenmonitoring
Von Mai bis Oktober läuft das sogenannte Mückensampling, um das sich vorwiegend Dr. Cara Leonie Ebert gemeinsam mit einem Team der Tierärztlichen Hochschule Hannover kümmert. Dabei kommen zwei Arten von Mückenfallen zum Einsatz: Für die Mücken stellt Dr. Leonie Ebert am Nachmittag Fallen auf den Untersuchungsflächen auf. Am nächsten Morgen sammelt sie die über Nacht in Netzen gefangenen adulten, also ausgewachsenen und flugfähigen Mücken wieder ein. Die Mückenlarven und Mückeneier hingegen werden in kleinen, mit Wasser und einem Lockstoff gefüllten Behältern gesammelt, die gezielt als potenzielle Brutstätten aufgestellt werden. Die Larvenfallen bleiben länger an den Untersuchungsstandorten, bevor auch sie ins Labor mitgenommen und untersucht werden.
Das Mückenmonitoring findet auf verschiedenen Untersuchungsflächen in Hannover statt – etwa im Georgengarten nahe einem Teich, aber auch auf offenen Grasflächen und versiegelten Flächen. Zum Vergleich werden auch ländliche Standorte in der Wedemark und in Cremlingen untersucht. So lassen sich Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Räumen erfassen. Dabei interessiert die Forschenden auch, welchen Einfluss die unterschiedlichen Landschaftsstrukturen auf das Vorkommen und die Zusammensetzung der Mückenarten haben.
Im Labor werden die Mücken, Larven und Eier dann im wahrsten Sinne des Wortes genauer unter die Lupe genommen. Doch vorher müssen die Proben vorbereitet werden. Das heißt konkret: Die Mückeneier werden ausgebrütet und die Larven gefüttert, bis sie sich zu adulten Mücken entwickelt haben. Diese werden anschließend für die spätere Bestimmung bei -80°C eingefroren.
Dieser Teil der Arbeit muss allerdings noch warten. Zurzeit sind alle Kräfte im Feld und beim Sampling gebündelt. Wenn die Mückensaison vorbei ist, beginnt die Bestimmung im Labor. Dabei soll nicht nur herausgefunden werden, welche Mückenarten an den verschiedenen Standorten vorkommen und welche Krankheitserreger sie in sich tragen, sondern auch, unter welchen Umweltbedingungen mögliche gesundheitliche Risiken besonders relevant werden. Die Erkenntnisse sollen Kommunen dabei helfen, Klimaanpassungsmaßnahmen wie neue Grün- und Wasserflächen so zu planen und zu gestalten, dass mögliche gesundheitliche Risiken durch Mücken von Beginn an mitgedacht werden.
Forschungsarbeit im Feld und im Labor




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